Corona-Inzidenzen

Welche Altersgruppe ist gerade am stärksten gefährdet?

Mit den Impfungen kommen die Älteren zunehmend aus der Gefahrenzone. In der dritten Welle verbreitet sich Corona verstärkt bei Kindern und Jugendlichen. Die Grafik zeigt die Corona-Gefahr nach Alter im Zeitverlauf – und die Karte welche Gruppe aktuell wo am stärksten betroffen ist.

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0-4 J
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5-14 J
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15-34 J
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35-59 J
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60-79 J
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80+ J
Stand: 06.05.

7-Tage-Inzidenzen nach Alter aktuell und im Zeitverlauf

Ganz Deutschland

Gruppe mit der höchsten Inzidenz

Erste Welle
Zweite Welle
Dritte Welle
Osterferien
Pfingsten
Sommerferien
Herbstferien
Weihnachtsferien
Osterferien
1. Lockdown
2. Lockdown-Phase

Die Älteren schützen, den Kindern den Schulbesuch ermöglichen, die Wirtschaft nicht abwürgen. Das Coronavirus zwingt die Gesellschaft zu einem Spagat. Dabei hat die Pandemie die verschiedenen Altersgruppen höchst unterschiedlich erfasst - abhängig von Zeitpunkt und Region.

Bundesweit sind Schulkinder mit der dritten Welle so stark betroffen wie noch nie, wie die Auswertung der altersabhängigen Inzidenzen zeigt. Im April war der Wert bei den 5- bis 15-Jährigen sechs Mal höher als bei den über 80-Jährigen. Der nach Alter priorisierte Impffortschritt schlägt sich in den Zahlen vom Frühjahr nieder, wie auch die dominierende Corona-Variante B 1.1.7.

Unterschiede nach Corona-Wellen, Lockdown-Phasen und Region

Die Grafik verdeutlicht, bei wem sich das Coronavirus seit Beginn der Pandemie bis heute am stärksten verbreitet hat - anhand der jeweiligen 7-Tage-Inzidenzen: bestätigte Fälle in der Altersgruppe innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner*innen in diesem Alter.

Die Kurven zeigen die täglichen Werte seit dem 22. Februar 2020 – der Balken darunter kennzeichnet die Zeiträume, in denen eine Gruppe bei der Inzidenz vorherrschend war. Hinzu kommen für eine weitere Einordnung die Wellen der Pandemie, Ferienzeiten und die Lockdown-Phasen. Regional - auf Ebene der Bundesländer (über die Auswahl) und der Kreise (Karte) zeigt sich zum Teil ein anderes Bild.

Altersgruppen mit der höchsten Inzidenz je Kreis bzw. kreisfreier Stadt

Im Infofenster werden die Inzidenzen für alle Gruppen angezeigt und mit einer Balkengrafik verglichen. Die Breite der Balken zeigt zudem die Altersverteilung im Kreis oder der Stadt: Je breiter, desto größer der Anteil.

Die Älteren waren während der ersten und zweiten Welle nicht nur medizinisch die größte Risikogruppe, sondern auch über lange Phasen tatsächlich die Gruppe mit der höchsten Inzidenz – mit einem traurigen Höhepunkt zur Weihnachtszeit, als insbesondere in Sachsen die Fallzahlen in die Höhe schnellten und viele Menschen starben.

Der Impfstart in Deutschland unmittelbar nach den Feiertagen machte wieder Hoffnung. Zu recht - auch wenn er zunächst holprig war. Bei den über 80-Jährigen, die zuerst geimpft wurden, ist die Inzidenz kontinuierlich gesunken. Impfstoffmangel gepaart mit zögerlichen Maßnahmen und einer mäßigen Teststrategie konnten die dritte Welle im ersten Quartal nicht bremsen.

Impfen als Ausweg für alle Altersgruppen

Die 15- bis 34-Jährigen lösten Anfang Februar die Alten ab. Die mobilen Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren bereits zuvor die längste Zeit, von Mai 2020 bis kurz vor Weihnachten, die Gruppe mit der höchsten Inzidenz gewesen. Doch anders als im Sommer und im Herbst herrschte nun im Frühjahr seit Monaten Lockdown: keine Bars, keine Clubs, weniger Möglichkeiten, sich zu treffen – besonders für diese Gruppe. Die Inzidenz blieb hoch, das mutierte Virus traf nun aber auch eine andere Gruppe verstärkt: die Kinder.

Das Ziel war und ist, Kitas und Schulen so lange wie möglich offenzuhalten, auch mit einem Extra-Schwellenwert der Bundes-Notbremse. Dies brachte wieder einen Hauch von Normalität in den Alltag der Kinder, aber zugleich eine Angriffsfläche für die Coronavirus-Mutante B 1.1.7. Verstärkte Tests machten dies sichtbar. Bei insgesamt hohen Inzidenzen waren die Schulkinder Ende April und Anfang Mai am stärksten betroffen - ausgerechnet die Gruppe, für die bis zum Frühjahr kein Impfstoff zugelassen war. Aber das soll sich ändern. So ist Impfen die große Hoffnung für alle Altersgruppen.



Quelle: Robert Koch-Institut (RKI).
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Thüringische Landeszeitung, 05.05.2021
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